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Veröffentlichungen

Paper und Forschungsergebnisse zum Thema Lernstörungen

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Hier stellen wir Ihnen aktuelle Paper und Forschungsergebnisse rund um die Themen Dyskalkulie, Dyslexie und Begleitstörungen vor.

Die Forschungsergebnisse stammen überwiegend aus unseren Forschungsgruppen und sind mit weiterführenden Quellen zu den Originalartikeln versehen.

Zum gemeinsamen Auftreten von Dyslexie, Dyskalkulie und ADHS

Die Forschungsarbeit "Co-Occurrence and Causality Among ADHD, Dyslexia, and Dyscalculia" zeigt mithilfe einer Zwillingsstudie auf, dass Kinder mit einer der genannten Störungen häufiger zusätzlich eine weitere Lern- oder Aufmerksamkeitsstörung aufweisen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Zusammenhänge vor allem durch gemeinsame genetische Einflüsse erklärt werden können und weniger durch direkte ursächliche Effekte zwischen den einzelnen Störungen. Zudem wurde belegt, dass die Lesefähigkeiten die Rechtschreibleistung direkt beeinflussen.

Die Ergebnisse sind relevant für die weitere Erforschung von Komorbiditäten und haben zudem Bedeutung für zukünftige Therapiemöglichkeiten von Betroffenen mit mehreren Störungsbildern.

Veröffentlichung 2025

Hier können Sie auf die Veröffentlichung zugreifen

Neue Einblicke in Leseschwierigkeiten: Wie das Gehirn Buchstaben und Sprachlaute verknüpft

Die Studie „Towards a mechanistic understanding of reading difficulties: Deviant audiovisual learning dynamics and network connectivity in children with poor reading skills“ untersuchte, wie Kinder beim Lesenlernen Verbindungen zwischen Buchstaben und Sprachlauten aufbauen – ein zentraler Schritt für den Erwerb flüssiger Lesefähigkeiten. Mithilfe von funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) und computergestützten Lernmodellen analysierten Forschende die Gehirnaktivität von Kindern mit unterschiedlichen Lesefähigkeiten. Dabei zeigte sich, dass Kinder mit Leseschwierigkeiten langsamer auf neue Lerninformationen reagieren und weniger effizient passende Verknüpfungen zwischen Buchstaben und Lauten aufbauen.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass bei Kindern mit schwachen Lesefähigkeiten die Zusammenarbeit wichtiger Hirnregionen für visuelle, auditive und sprachbezogene Verarbeitung verändert ist. Insbesondere der Informationsaustausch zwischen diesen Bereichen scheint weniger effektiv zu funktionieren. Die Studie liefert damit neue Erkenntnisse über die neurobiologischen Grundlagen von Lesestörungen und trägt zu einem besseren Verständnis der Mechanismen hinter Dyslexie bei.

Veröffentlichung 2025

Hier finden Sie den Artikel im Original

Auf dem Weg zu einem Konsens über Dyslexie: Ergebnisse einer Delphi-Studie

Toward a Consensus on Dyslexia: Findings from a Delphi Study

Die Studie untersuchte, wie Dyslexie von Fachpersonen unterschiedlicher Fachrichtungen definiert wird, um bestehende Uneinigkeit und Missverständnisse zu reduzieren. In einem Delphi-Verfahren mit zwei Befragungsrunden sowie anschließenden Diskussionen wurden Aussagen zur Dyslexie gesammelt und bewertet. Insgesamt erzielten 42 Aussagen einen breiten Konsens (über 80 % Zustimmung).

Die Ergebnisse zeigen, dass Dyslexie übereinstimmend als Schwierigkeit im Lesen und Rechtschreiben verstanden wird, die durch mehrere Faktoren bedingt ist und häufig gemeinsam mit anderen Entwicklungsstörungen auftritt. Besonders Leseflüssigkeit und Rechtschreibfähigkeiten gelten über Altersgruppen und Sprachen hinweg als zentrale Merkmale. Auf Basis dieser Einigkeit wird eine neue, konsensbasierte Definition von Dyslexie vorgeschlagen.

Veröffentlichung: 2025

Hier gelangen Sie zur Veröffentlichung

Unterscheiden sich Mädchen und Jungen im Interesse und der geschlechterspezifischen Leistungseinschätzung in Mathematik?

Do Girls and Boys Differ in Terms of Their Interests and Gender-Specific Performance Assessment in Mathematics?

Die Studie untersuchte mathematisches Interesse, Selbsteinschätzung und geschlechtsspezifische Wahrnehmungen bei 124 Schüler:innen der 3. und 4. Klasse. Die Ergebnisse zeigen, dass das Interesse an Mathematik zwischen den Geschlechtern ähnlich ist, Mädchen jedoch ihre Leistung schlechter einschätzen als Jungen. Zudem glauben rund die Hälfte der Kinder an geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede, insbesondere Jungen, die sich als stärker in Mathematik sehen. Diese Vorstellungen sind gesellschaftlich geprägt und erfordern grundlegende Veränderungen in Erziehung und schulischer Förderung.

Veröffentlichung: 2024

Mitwirkende der Plattform:

Karin Kucian

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Wie unterscheidet sich die neuronale Vernetzung bei Kindern mit Dyslexie?

Disentangling influences of dyslexia, development, and reading experience on effective brain connectivity in children:

In dieser Studie konnten wir zeigen, dass Kinder mit Dyslexie spezifische Veränderungen in den Verbindungen und in der Kommunikation zwischen bestimmten Regionen des Lesenetzwerks im Gehirn aufweisen, und dass sich die Verbindungen zwischen den Gehirnregionen des Lesenetzwerkes weniger schnell ausbilden.

Veröffentlichung: 2023

Mitwirkende der Plattform:

Silvia Brem

Sarah Valerie Di Pietro

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Bestehen numerische Fähigkeiten von klein auf?

Unter dem Titel "Are Numerical Abilities Determined at Early Age? A Brain Morphology Study in Children and Adolescents with and without Developmental Dyscalculia" wurde untersucht, wie der intraparietale Sulcus (IPS) mit numerischen Fähigkeiten in Verbindung steht.

Diese Studie untersuchte, ob die Form bestimmter Hirnfurchen mit mathematischen Fähigkeiten zusammenhängt. Im Mittelpunkt stand der intraparietale Sulcus (IPS), eine Hirnregion, die wichtig für Zahlenverarbeitung und Rechnen ist. Verglichen wurden Kinder mit Entwicklungsdyskalkulie (DD), also einer Rechenschwäche, mit typisch entwickelten Kindern (TD). Dabei zeigte sich, dass sich bestimmte Formen des IPS bei Kindern mit Rechenschwierigkeiten häufiger finden.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass vor allem die Struktur des linken intraparietalen Sulcus mit der Rechenleistung zusammenhängt. Andere Bereiche der Zahlenverarbeitung waren dagegen weniger betroffen. Außerdem zeigte sich, dass Kinder mit ungünstigerer IPS-Struktur ihre mathematischen Fähigkeiten im Laufe der Zeit trotzdem verbessern können.

Veröffentlichung: 2024

Mitwirkende der Plattform:

Karin Kucian

UrsinaMcCaskey

Simone Schwizer

Hier erfahren Sie mehr über die Studie

 

Wie Kinder mit unterschiedlichen Lesefähigkeiten orthografische Unterschiede wahrnehmen

The odd one out - Orthographic oddball processing in children with poor versus typical reading skills in a fast periodic visual stimulation EEG paradigm:

Diese Untersuchung der Verarbeitung von Wortformen bei Kindern mit unterschiedlichen Lesefähigkeiten und konnte zeigen, dass Kinder mit besseren Lesefähigkeiten sensibler für orthografische Unterschiede sind als Kinder mit schlechten Lesefähigkeiten. Kinder mit besseren Lesefähigkeiten waren besser in der Lage, Auffälligkeiten bei verschiedenen Wortformen zu erkennen. Die Ergebnisse deuten auf Unterschiede im Entwicklungsverlauf hin.

Veröffentlichung: 2024

Mitwirkende der Plattform:

Silvia Brem

Hier erfahren Sie mehr über die Studie

Komorbiditäten: Welche Störungsbilder treten häufig gemeinsam mit Dyslexie und Dyskalkulie auf?

In Studie "Comorbidities Between Specific Learning Disorders and Psychopathology in Elementary School Children in Germany" wurde untersucht, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Kinder mit spezifischen Lernstörungen (SLD) in den Bereichen Lesen, Rechtschreibung und/oder Rechnen auch an einer Angststörung, Depression, ADHS und/oder Verhaltensstörung leiden.

Die Stichprobe bestand aus 3 014 deutschen Kindern der 3. und 4. Klasse, die über eine webbasierte Anwendung Tests zur Bewertung der Lese- und Rechtschreibfähigkeit sowie der Rechenleistung und Intelligenz ausfüllten. Die Psychopathologie wurde anhand von Fragebögen beurteilt, die von den Eltern ausgefüllt wurden. Bei Kindern mit einer spezifischen Lernstörung konnten hohe Raten von Angststörungen (21 %), Depressionen (28 %), ADHS (28 %) und Verhaltensstörungen (22 %) festgestellt werden.

Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, bei Kindern mit Dyslexie und/oder Dyskalkulie auf psychiatrische Komorbiditäten zu achten und diese zu diagnostizieren.

Veröffentlichung 2020

Hier können Sie die Ergebnisse der Studie nachlesen

 

Anhaltende Unterschiede der Hirnstruktur bei Kindern mit Dyskalkulie

"Persistent Differences in Brain Structure in Developmental Dyscalculia: A Longitudinal Morphometry Study": Menschen mit Dyskalkulie zeigen anhaltende Defizite bei der Verarbeitung von Zahlen, die mit einer abweichenden Gehirnaktivierung und -struktur einhergehen. Die longitudinale Entwicklung dieser strukturellen Unterschiede ist jedoch unbekannt.

Daher war es unser Ziel, den Entwicklungsverlauf der grauen und weißen Substanz bei Kindern mit und ohne Dyskalkulie zu untersuchen. In dieser Längsschnittstudie wurden zweimal im Abstand von 4 Jahren neuropsychologische Messungen und T1-gewichtete Strukturbilder von 13 Kindern mit Dyskalkulie (8,2-10,4 Jahre) und 10 Kindern mit typischer Entwicklung  (8,0-10,4 Jahre) erhoben.

Die vorliegenden Ergebnisse zeigen zum ersten Mal, dass Kinder mit Dyskalkulie im Laufe ihrer Entwicklung anhaltend reduzierte Volumina der grauen und weißen Substanz aufweisen. Zudem schnitten Kinder mit Dyskalkulie bei verschiedenen numerischen Aufgaben deutlich schlechter ab, was anhaltende Defizite bei der Zahlenverarbeitung bestätigt. Die vorliegenden Ergebnisse stehen im Einklang mit der Literatur, die zeigt, dass Kinder mit Dyskalkulie reduzierte Volumina der grauen und weißen Substanz im numerischen Netzwerk aufweisen. Unsere Studie wirft außerdem ein Licht auf den Verlauf der Gehirnentwicklung und zeigt, dass diese bekannten strukturellen Unterschiede bei dyskalkulischen Kindern von der Kindheit bis ins Jugendalter fortbestehen.

Zusammenfassend unterstreichen unsere Ergebnisse, dass Dyskalkulie eine persistierende Lernstörung ist, die mit Defiziten in der Zahlenverarbeitung und reduzierten Volumina der grauen und weißen Substanz in zahlenbezogenen Hirnregionen einhergeht.

Veröffentlichung: 2020

Mitwirkende der Plattform:

Ursina McCaskey

Karin Kucian

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